{"id":795,"date":"2014-01-22T10:58:00","date_gmt":"2014-01-22T08:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weppelmann.de\/?page_id=795"},"modified":"2015-02-12T07:52:41","modified_gmt":"2015-02-12T05:52:41","slug":"2005-2","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.weppelmann.de\/?page_id=795","title":{"rendered":"2005"},"content":{"rendered":"<div class=\"pf-content\"><h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Das Archiv von Wilm Weppelmann: 2005<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\">Die <a title=\"Akademie der Di\u00f6zese Rottenburg\/Stuttgart\" href=\"http:\/\/www.akademie-rs.de\">KUNST-RAUM-AKADEMIE Stuttgart<\/a> zeigt<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">24. Januar bis 17. April 2005<br \/>\n&#8222;ich verl\u00e4sst ich &#8211; Fotografien von Wilm Weppelmann&#8220;<\/p>\n<p><strong>Reihen und Konzepte:<\/strong> hier m\u00f6chte ich sterben # ich verl\u00e4sst ich # pavor nocturnus # im Hospiz # Stuttgart und die letzte Frage<\/p>\n<p><strong>Dokumentation:<\/strong> Sendung Radio 7 Stuttgart 25.3.2005<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/handzettel-1-einzeln1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-799\" src=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/handzettel-1-einzeln1-211x300.jpg\" alt=\"handzettel 1 einzeln\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/handzettel-1-einzeln1-211x300.jpg 211w, http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/handzettel-1-einzeln1.jpg 354w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Bericht von Thomas Moritz M\u00fcller im &#8222;Kath. Sonntagsblatt&#8220; Nr. 6. 6.2.2005:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Akademie stellt Wilm Weppelmanns Fotos von den letzten Dingen aus<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Was ist, wenn\u00b7wir nicht mehr sind?<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Spiegel. Er zeigt die Konturen eines Badezimmerschranks, den Ausschnitt einer gekachelten Wand. Sonst Leere. Nur noch efn Zettel mit der gedruckten Aufschrift: \u00bbEs war immer ein Gesicht da.\u2022 Der M\u00fcnsteraner K\u00fcnstler Wilm Weppelmann zeigt in manchen seiner in der Akademie der Di\u00f6zese in Stuttgart-Hohenheim ausgestellten Fotos die Welt, wie sie ist, wenn wir nicht mehr sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Weppelmann bewegt sich mit seinen Arbeiten gerne an den Grenzen menschlicher Existenz. Er lotet die ganz allt\u00e4gliche Distanz zum Sterben und zum Tod aus. In seiner Fotoserie \u00bbich verl\u00e4sst ich\u00ab, aus dem auch das Bild mit dem Spiegel stammt, variiert er die Darstellung von Schaupl\u00e4tzen nach dem Tod ihres regelm\u00e4\u00dfigen Benutzers: das bis auf einen Schreibtisch und einen Stuhl leer ger\u00e4umte B\u00fcro (\u00bbacht stunden im nichts\u00ab), das verlassene Krankenbett (\u00bbwie nie da gewesen\u00ab), das namenlose Klingelschild am Hauseingang (\u00bbkonnte nicht mehr zu mir kommen\u00ab).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Augenblick des Verschwindens<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Den Fotos von Orten ordnet Weppelmann jeweils ein zweites zu: verwaschene Momentaufnahmen von Gesichtern und K\u00f6pfen, aufgenommen im Augenblick eines Verschwindens. Was bleibt von einem Menschen, wenn er geht?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">F\u00fcr eine andere Serie hat Weppelmann Leute gewonnen, sich an einem Ort fotografieren zu lassen, wo sie gerne sterben w\u00fcrden, wenn sie diesen Ort denn w\u00e4hlen k\u00f6nnten. Cornelia w\u00e4hlte einen \u00bbKraftort\u00ab, wie sie selbst es bezeichnet, die Br\u00fccke \u00fcber einen kleinen, gem\u00e4chlich flie\u00dfenden Bachlauf. Olaf ist auf der Terrasse seines Hauses mit Blick aufden Garten anzutreffen. Thomas hat einen Platz ausgesucht, halb unter freiem Himmel, \u00abder jedem sagt, bitte nicht st\u00f6ren, ich will allein sein\u00ab. Und Roger hat ein Hotelzimmer genommen: \u00abEs ist einfach so einOrt, wo ich mich absolut sicher f\u00fchle\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Weppelmann fotografiert in Schwarzwei\u00df. Das verleiht seinen Aufnahmen dokumentarischen Charakter, r\u00fcckt sie in die N\u00e4he von Archivalien. Wenn schon der Mensch verschwindet, so bleiben doch die Bilder, die sich einer von ihm gemacht hat. Strategie wider Vergessen und Verg\u00e4nglichkeit? Es m\u00f6chte einen schaudern, wenn man an den Moment denkt, an dem das Leben zu Ende ist. Gelegentlich Nachts zwischen Wachsein und Tr\u00e4umen greift solch Fr\u00f6steln nach der Seele: Als Ausgeburten solcher Erlebnisse erscheinen die Fotos der dritten Serie, &gt;&gt;pavor nocturnus\u00ab, &gt;&gt;Schrecken der Nacht\u00ab genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auf ihnen zeigt Weppelmann Signale j\u00e4her Todesangst, die klamm das Herz umschlie\u00dft: die zwei schwarzen Silhouetten vor einem Feuer (\u00bbVor unseren Augen verl\u00f6scht jede Glut\u00ab), die\u00a0nackten, halb zerst\u00f6rten Puppen (\u00bbdas Kinderspiel hat sich letztendlich zur Selbstzerst\u00f6rung erwachsen \u00ab), die Apothekerfl\u00e4schchen mit dem Giftsymbol (&gt;&gt;der Tod ist kein Mittel zum Zweck&lt;&lt;), schlie\u00dflich das schmiedeeiserne Eingangstor zum KZ Buchenwald mit der von den Nazis gew\u00e4hlten zynisch-aberwitzigen Inschrift \u00bbJedem das Seine\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Tiefenschichten durch kurze Texte<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Weppelmanns St\u00e4rke liegt darin, seinen Bildern Ernsthaftigkeit zu geben, ohne mit dem Zaunpfahl der Moral zu winken. Seine Fotos sind Pforten, hinter denen sich Wege zu einer kreativen Auseinandersetzung mit der M\u00f6glichkeit des eigenen Sterbens \u00f6ffnen. Mitunter f\u00fcgen kurze Texte assoziativen Charakters den Fotos eine zweite Schicht hinzu, andere Bilder gewinnen zus\u00e4tzliche Tiefe durch Selbstaussagen Betroffener (die dem Katalog zu entnehmen sind).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wenige Tage vor der Er\u00f6ffnung der Ausstellung startete der K\u00fcnstler eine Befragung unter Passanten in der Stuttgarter Innenstadt. Er bat sie, sich vorzustellen, sie w\u00fcrden in den n\u00e4chsten Minuten sterben: &gt;&gt;Stellen Sie Ihre letzte Frage!&lt;&lt; 120 Antworten kamen zusammen. G\u00fcnter, 65, wollte wissen: \u00abWar das wirklich altes?\u00ab, Denise, 24, machte sich Gedanken \u00fcber die Farbgebung im jenseits: \u00abBleibt der Himmel blau?\u00ab, und Ute, 37, nimmt ihre Sehns\u00fcchte mit nach dr\u00fcben: \u00abtreffe ich meine Oma wieder?\u00ab. Alle Fragen sind, gedruckt auf einer gro\u00dfen Stoffbahn, im Saal der Akademie zu finden, die jeweils dazu passenden Antworten sind nicht zu finden. Nicht dort.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Thomas Moritz M\u00fcller im &#8222;Kath. Sonntagsblatt&#8220; Nr. 6. 6.2.2005<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/?p=918\">1.6.2005: der Kleingarten No. 8 im Kleing\u00e4rtnerverein &#8222;Langemarck e. V.&#8220; M\u00fcnster wird \u00fcbergeben<\/a><\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-914\" src=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/kleiner-G\u00e4rtner-Wilm-Weppelmann-1961-klein1-300x198.jpg\" alt=\"kleiner G\u00e4rtner - Wilm Weppelmann 1961 klein\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/kleiner-G\u00e4rtner-Wilm-Weppelmann-1961-klein1-300x198.jpg 300w, http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/kleiner-G\u00e4rtner-Wilm-Weppelmann-1961-klein1.jpg 413w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Wilm Weppelmann im Garten seiner Oma Maria Honerpeick \/Ascheberg &#8211; 1961<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Wilm-Weppelmann-2005-in-seinem-Garten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-915\" src=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Wilm-Weppelmann-2005-in-seinem-Garten-224x300.jpg\" alt=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Wilm-Weppelmann-2005-in-seinem-Garten-224x300.jpg 224w, http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Wilm-Weppelmann-2005-in-seinem-Garten.jpg 295w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a>Wilm Weppelmann 2005 in seinem Garten Langemarckstr. mit\u00a0 den ersten Fr\u00fcchten<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Plakat-sehr-klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-916\" src=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Plakat-sehr-klein-300x211.jpg\" alt=\"Plakat sehr klein\" width=\"300\" height=\"211\" srcset=\"http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Plakat-sehr-klein-300x211.jpg 300w, http:\/\/www.weppelmann.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Plakat-sehr-klein.jpg 323w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wilm Weppelmann 2009\u00a0 in seinem Garten als Plakatmotiv f\u00fcr die &#8222;5. Freie Gartenakademie 2010&#8220;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Archiv von Wilm Weppelmann: 2005 Die KUNST-RAUM-AKADEMIE Stuttgart zeigt 24. Januar bis 17. 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