Das Archiv von Wilm Weppelmann: 2007

Signet-klein2007:  the founding  of  www.artivism.de

together with Tim Servin/London and Peter Hoogeboom/Utrecht  # Artivism is a portmanteau word combining art and activism

We deconstruct the codes of politics, society, art, media and advertising. We align the structures against themselves and their claim to power. We do a lot, so they talk about, but we don´t talk about, that we are we, who do it!  Now, however, the first exhibition is planned for 2016, as a little funny public confession –  projects: cuckoo # sponsorsheep # gardenstreet …sponsorsheep kleinsignet of the project „sponsorsheep“ 2008

Art has the freedom to initiate and change lives, allowing us to imagine a world free from every power … to dream and inspire anew and grant the art of freedom. Art allows us to accept no conditions, no self-evident truths, no subordination, no political group definitions, no methodical compulsions, no pleasantness in the face of time and money rules and no catering to the illusions of the „art for art´s sake“ guardians. The global ecological disaster provides the backdrop for both question and task, for the independence of art.

In a cultural landscape saturated with flashed screens and second lives, art that seeks social change seems lost in virtual white-noise. Forced to the margins, political artists must struggle to find exposure and support. Artivism was created to challenge those who reject social and ecological change as a valid and necessary part of artistic work and intention.

Artivism is a network of political art and artists. We embrace art that confronts, interrogates, or even shrugs off the status quo. Artivism looks for creativity that threatens the conventional wisdom with progressive ideas. By highlighting political artists and their work, and by challenging those who deny the political, Artivism supports the creation of critical culture and strives to inspire people to act.

2007:  21.6.2007 start of „THE WORLD GARDEN PROJECT“

Plakat-sehr-kleinposter  of „THE WORLD GARDEN PROJECT“ 2007 – 2009

Bericht in der Zeitschrift „‚Gartenfreund“ vom Juni 2007:

„World Garden Project“ vereint Gärten der Welt

Das ,.World Garden Project“ ist der neueste Baustein der 2. Freien Gartenakademie 2007. Start ist am 21. Juni.2007:  Gartenfreunde in der ganzen Weit werden aufgefordert an öffentlichen Plätzen, z. B. auch Schulen oder auf Niemandsland, kleine oder große Nutzgärten anzulegen und zu pflegen. Wer teilnimmt, „durchläuft“ mit seinem Projekt drei Phasen: • seed (säen) • growing (wachsen) • harvest (ernten)

Diese Phasen sollen von den Teilnehmern zeitnah mit kurzen Texten und Bildern beschrieben werden und gehen dann per E-Mail zum Künstler nach Münster an: register@worldgardenproject.com Jeder kann Teil des Projekts werden Wer alle drei Phasen durchlaufen hat, ist dann Teil des World Garden Projects. Die Dokumentation erfolgt im Internet auf den Plattformen www.worldgardenproject.com www. worldgarden.org So soll ein Sommer in die Welt hineinwachsen und an unbehausten Orten in den Städten dieser Weit lebendige Spuren hinterlassen.

World Garden Project Garten No. 1 startet am 21. Juni in Münster. Dieses Projekt  „keimt und wächst“ mit nationalen und internationalen Grün-Organisationen und Netzwerken. Dazu gehören Kleingärtnerverbände, Homeless Garden Projects, Community Gardens, Schulgärten, Interkulturelle Gärten, Guerilla Gardening, und viele andere. Das World Garden Project wird auch als Mitglied im ARTivism Network (portmanteau word combining „art“ und „activism“) geführt werden.

Warum ein World Garden Project? Hierzu Wilm Weppelmann: „ln diesem Jahr leben zum ersten Mal mehr Menschen im urbanen Raum als im ländlichen Raum und der direkte Bezug zur Nahrungsmittelproduktion rückt immer mehr in eine virtuelle Ferne. Das ist der konkrete Anlass für meine Projektidee.“

New Orleans 2007„The World Garden Project“ New Orleans 2007

 2007: „Die Stadt fragt“ von Wilm Weppelmann

mit dem „Institut für Soziologie“ der WWU Münster

Plakat-kleinDokumentation: Film Die Stadt fragt von Ameetaa Kelsch / Institut für Soziologie

Eine Anstiftung zur Frage – der Künstler und das Projekt

STELLEN SIE BITIE IHRE FRAGE! Mit dieser Aufforderung hat der Künstler Wilm Weppelmann schon die Stuttgarter Bürger irritiert. Am 23.11. und 24.11.2007  waren die Studenten der Soziologie im künstlerischen Auftrag an dreißig Standorten in der Stadt Münster aktiv, um die spontanen Fragen der Münsteraner an ihre Stadt, an die Gesellschaft in Erfahrung zu bringen. Am 24.11.2007  also einen Tag danach wurden diese Fragen im Zentrum der Stadt veröffentlicht. Die gesammelten Fragen wurden auf 1,5 x 0,9 m großen SW-Plakaten einzeln quer durch den ganzen Innenstadtraum in der Nacht verteilt auf Häuserwänden geklebt, d. h. am Samstagmorgen waren sie für alle Besucher der Stadt kaum zu übersehen. Diese Aktion war nicht abgesprochen mit der Stadt und den Ordnungsbehörden und war eher überfallartig guerillataktisch organisiert. Die Plakate wurden am Nachmittag ohne Beschädigungen der Häuserwände wieder eingesammelt und entfernt.

Kunst und Wissenschaft ziehen in diesem Projekt an einem Strang, denn Ursprung von jeder Wissenschaft ist die Frage, das Staunen. Ein Künstler ist auch ein Forscher hinter den Selbstverständlichkeiten des Lebens, er löst sie nur anders auf und bringt sie auf einen anderen Weg ins öffentliche Bewußtsein als die Wissenschaft. Die menschliche Seite bekommt hier eine besondere Bühne. Wilm Weppelmann arbeitet in seinem Projekt an der Schnittstelle von Kunst und Poltitik, will anstößig sein. Seine Ausstellungen zum Tabuthema Sterben haben Akzente gesetzt. Er agiert subversiv und interveniert hintergründig im öffentlichen Raum. Immer ein Experiment, das auch für die Möglichkeit des Scheiterns offen ist.

Eine Antwort zur Frage – ein Exkurs

Die Frage ist Ausdruck eines universellen menschlichen Vermögens, als eine Weise, Weit. eigenes Selbst. Du und Wir zu erkunden um mit ihnen in Beziehung zu treten, sich auf das Wagnis Wissen, Erkennen und Erfahren einzulassen und sich gleichermaßen dem Zweifel, der Kritik, dem Nicht-Wissen, der bleibenden Fragwürdigkeit auszusetzen. Eine Frage muss nicht beantwortet werden. Sie erhält ihre Berechtigung nicht durch eine Antwort, sondern ganz allein aus sich. ln Fragen steckt deshalb eine eigene Wahrheit,  weil sie uns sensibilisieren für die Wirklichkeit, in der wir leben.

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